Das Simsonsgrab (Buch)

Der Autor

Heinrich Zinn, ein ehemaliger Pfarrer, war 1937 70 Jahre alt. Sein Steckenpferd muss Heimatgeschichte gewesen sein. Sehr ausführlich und präzise sammelte er Material für dieses Buch und wertete es seinem Kenntnisstand entsprechend aus. Hervorheben möchte ich den akribischen Fleiß mit dem er versucht, alle Angaben und Behauptungen mit Quellen und Verweisen zu solchen zu stützen.

Die ersten Kapitel

Hier stellt der Autor dar, wie es sich aus seiner Sicht rund um Maar und Lauterbach zugetragen hat. Also: Wie ist Samo in diese Gegend gekommen, wie sah es dort zu Samos Zeit aus, was sind Merkmale, besonders sprachlicher Natur, die auf die Anwesenheit der Wenden (auch Winiden oder Winden) deuten. Der Autor arbeitet mit sehr vielen Verweisen zu anderen Schriften, zu Fredegars Chronik, zu Kirchenbüchern und Heimatsagen.

Der Autor stellt den legendären Wendenkönig als so etwas wie den "ersten guten Deutschen" dar. Auch den Wenden (Winiden) drückt er ein eher gutes deutsches als slavisches Siegel auf die Stirn. Sie waren seiner Ansicht nach deutsche Slaven mit eher deutschen Tugenden.

Gleichzeitig stellt er tschechische Geschichtsforscher die sich mit dem Thema auseinandersetzen, als dreiste Lügner hin.

Das Buch ist sehr nationalsozialistisch geprägt und beginnt mit einem Grußwort an den GröFaZ.

Es verwundert, dass die Nationalsozialisten das Thema nicht aufgegriffen haben um eine neuen ganz frühzeitigen Helden zu küren. Sie fanden es vielleicht nicht überzeugend genug, oder das Buch wurde während ihrer Herrschaft nicht schnell genug verbreitet um einen neuen Epos zu spinnen. Schließlich handelt es sich um einen Eigenverlag bei dem das Buch in sicherlich kleiner Stückzahl gedruckt wurde.

Auch zu späteren Zeiten ist es niemanden in den Sinn gekommen, das Buch wichtig genug zu nehmen, um ein wenig an der Geschichte zu feilen oder es noch ein zweites Mal zu verlegen.

Ich habe schon alles Versucht, an ein Exemplar zu kommen, im Internet gibt es verschiedene verweise auf das Buch, aber kein einziges Exemplar.

Die "relevanten" Seiten

zu den einzelnen Seiten: 118, 119, 120, 121, 122, 123, 124, 125, 126, 127, 128, 128, 130, 131, 132, 133, 134, 135

Spuren des Königs Samo
in der späteren territorialen und agralen Gestaltung der alten Cent Lauterbach und in ihren ältesten Adelsgeschlechtern

Seite 118 Seite aus dem Buch

Ein streng wissenschaftlicher lückenloser Nachweis eines genealogischen Zusammenhangs zwischen der Dynastie des Samo und dem alten buchonischen Adels- und Dynastengeschlechts der Herrn von Wartenberg läßt sich wegen des Mangels alter Urkunden nicht führen. Aber es läßt sich urkundlich beweisen, daß ein solcher Zusammenhang zwischen dem letzteren Geschlecht und den Herrn von Angersbach besteht, deren Stammsitz schon um 800 n. Chr. in der ältesten Grenzbeschreibung der Schlitzer Kirche genannt wird. Nur wegen Mangels an Raum verschiebe ich die Beweisführung für später. Aber auf eine andere für mein Thema bedeutsame Beobachtung möchte ich hinweisen.

Ebenfalls um 800 wird in derselben Grenzbeschreibung der Schlitzer Kirche, die Angersbach als Grenzort kennt und von da über Landenhausen, Sterrenrode nach Oberlauterbach führt, hinter letzteren Ort ein Hunoltes genannt. Es war das, wie ich durch Heranziehung noch anderer alter Grenzbeschreibungen feststellen konnte, nicht ein Dorf, sondern ein Hof, der ungefähr 300 Schritte östlich von dem jetzigen Riedeselschen Hofgut Unter-Sickendorf, von diesem durch einen Bach mit anliegendem langen, schmalen Wiesengrunde getrennt, da lag, wo die von Allmenrod kommende Straße auf die älteste Fahrstraße Sickendorf-Lauterbach stößt und wo heute noch der Flurname "Alter Hof", mundartl. "om âle Hob", seine ehemalige Lage und Verwandschaft mit dem Hof Sickendorf als dem entsprechenden neuen Hofe verrät. Der genannte ehemals zu dem Humoltshofe gehörige Wiesengrund, heute

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Seite 119 Seite aus dem Buch

noch wie in den alten Urkunden "die Langwiese" genannt, gehört heute als beste Wiesenflur zum Hofe Unter-Sickendorf, der früher mit dem Dorf "Sickendorf" eine Gemarkung bildete und erst später von den Riedeseln der Steuerfreiheit wegen vom Dorf Sickendorf als eigne Gemarkung abgegrenzt und "Untersickendorf" genannt wurde. Das ehemals zum alten Hofe Hunolts gehörige Ackergelände lag unmittelbar an das Hofgebäude angegrenzendöstlich davon und zog sich, von Süden her an die alte Straße Sickendorf-Lauterbach anstoßend, durch den ganzen südlichen Teil der Gemarkung Heblos hindurch und heißt heute noch , wie in den alten Eisenbachschen Lehensbriefen, "die Hub", im Volksmund "die Hû", was nur die Abkürzung für Hunoltshube Sinn hat. Diese Ackerflur ist durch zwei rechtwinklig und gradlinig an die alte Straße Sickendorf-Lauterbach anstoßende FeldwegeSonst hatte man in der Gemarkung Heblos keine Feldwege, sondern Fahr und Wendebeete. in drei Felder eingeteilt, die die oberste, mittelste und unterste Hub heißen, gemäß der alten Dreifelderwirtschaft, und sind das tiefgründigsteund beste Feld der Hebloser Bauern, denen es wohl schon von Anfang an zur Bewirtschaftung gegen Leistung von Zehnten, Gülten und Frondiensten zugeteilt wurde. Südlich an den Hof anstoßend lag ein Wald, die "Schmidtänne", der in der Erdbeerzeit gern von den Kindern aufgesucht, aber vor etwa 50 Jahren abgeholzt, zu Ackerland gerodet und dem Riedeselschen Hofe Unter-Sickendorf zur Bewirtschaftung zugewiesen wurde. Zwischen dem Wald und den Ackerhuben lag an den Hängen des großen und kleinen "Küppels", des "Wendelsteins" und "Bärenstrauchs" viel Weide und Ödland, an dem sich schon frühe Hebloser und Allmenröder Bauern Bifänge anlegten, die abgabenfrei waren und deshalb im

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Seite 120 Seite aus dem Buch

Unterschied von den lehnbaren Huben bis auf den heutigen Tag "Eigenäcker" und "Eigenwiesen" genannt wurdenDie Schreibweise der Karten "Beerenstrauch" und "Eichenäcker, Eichenwiesen" beruht auf Unkenntnis des Heblosen Dialektes und und ist sinnlos..

A m Hofe selbst wurden in alter Zeit nur Kühe, Schafe und Pferde gehalten. An dem Nord- und Westrand der Gemarkung Sickendorf siedelten abgabepflichtige Bauern in "Eckerode" und "Wilhelmerode", wo wo heute noch die Flurnamen "im Eckerod" und "Wellenrod"Wilhelm heißt im Hebloser Dialekt "Wellem". sich finden. In Obersickendorf saßen Arbeiter und Handwerker des hofes neben einigen Bauern, denen man einige Äcker zur freien oder abgabepflichtigen Bewirtschaftung zugeteilt hatte.

Ein Hof, der so das beste Acker- und Grasland rücksichtslos aus zwei Gemarkungen heraus schnitt und so reichlich mit FischweideIn dem Bach der am Hof Hunolts vorbei durch Heblos, das alte Hebenoldes, fließt und in der alten Schlitzer Kirchgrenzbeschreibung "rivus qui est ad Hunoltes" heißt, Wald und Weidebesonders auch in Sickendorf am "Heidberge" und "Hungerberge". ausgestattet war wie der Hunoltshof, kann auf dem altgermanischen Kulturboden mit seiner demokratisch-paritätischen Feldmarkgestaltung, die wir sonst in Heblos und Umgegend haben, nur entstanden sein durch den brutalen Eingriff eines fremden Eroberers. Landau nennt in seinen Territorien (S. 120) Höfe, die so gestaltet sind wie dieser, Königshöfe und sagt, daß sie nur auf slawischem Boden zu finden seien. Als solcher königlicher Eroberer und Hofgrüner kann in dieser Gegend und Zeit vor 800 nur der Wendenkönig Samo in Betracht kommen. Der altüberlieferte Hofname nennt den Begründer des Hofes Hunolt und Hunold. Was mag der

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Seite 121 Seite aus dem Buch

Name bedeuten? Das Grundwort dieses namens olt, old dürfen wir zweifellos wieder erkennen in der älteren, volleren Form oald, die im 7. Jahrhundert, also zur Zeit des Samo, sehr beliebt und üblich war. So finden wir in der Chronik des Fredegar, neben dem bekannten fränkischen Hausmeier Grimoald, einen Abt Meroald und andere Macht- und Würdenträger wie Adloald, Bertoald u.a. Die Bedeutungdes Wortes erhellt aus folgender Stelle eines alten angelsächsischen Gedichtes, das Schafarik im 2. Bande seiner slaw. Altert. S. 667, abschriftlich bringt und das Wilhelm Grimm als in das 7. oder 8. Jahrhundert gehörig ansieht: "Aetla weold Hunum Eormanic Gutum", d.h. (nach Schafarik und Grimm): "Attila befahl den Hunnen, Ermanarich den Goten", daraus ergibt sich für das Grundwort old bzw. oald eine mit w anlautende Urform woald und die Bedeutung eines Herrschers, entsprechend dem neuhochdeutschen "Walter" in Amtswalter, Verwalter und dergl.

Was aber bedeutet nun in dem Namen Hunolt, Hunold, das Bestimmungswort Hun?

Die oben beschriebene Eigenart des Hofes zwingt zur Annahme, daß der Gründer dieses Hofes nicht zufällig nur den Namen eines "Woald" hatte, sondern auch wirklich die Gewalt eines solchen ausübte, und und daß das Bestimmungswort "Hun" den Ort und Bereich dieser Herrschergewalt bezeichnete. Bevor ich mich genauer ausspreche, bitte ich, Folgendes zu beachten. Nach LandauLandau, Wettereiba S. 141, 147 ist, wie die alten mainzer Synodalregister ausweisen, Lauterbach der Ort in der östlichen Wettereiba, der zuerst eine Kirche hatte, die die Mutterkirche anderer Kirchen in der

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Seite 122 Seite aus dem Buch

Gegend und dadurch der Sitz eines Archipresbysters oder Erzpriesters wurde. Sogar die Namen von mehreren Lauterbachern Erzpriestern sind bekannt. Schon in der alten Grenzbeschreibung der Schlitzer Kirche um 800 wird eine bereits vorhandene capella Luderenbach erwähnt, die, wie ich bestimmten Grund habe, zu vermuten, schon vor der Gründung Fulda, vielleicht schon vom heiligen Kilian gegründet worden ist. Da in den ältesten Zeiten die kirchliche Organisation mit der politischen Territorialentwicklung Hand in Hand ging, so ist mit Sicherheit anzunehmen, daß Lauterbach schon vor der Gründung des Klosters Fulda, als noch kein fränkischer König oder Hausmeier oder Graf in der Gegend Fuß gefaßt hatte, auch Mittelpunkt eines politischen Territoriums war, dessen name und Entstehung wir nicht kennen. Da aber von einer zum Komples des Hunoldshofes gehörigen Wiese in einer alten Lauterbacher Urkunde von 1467Becker, Die Riedesel zu Eisenbach, Bd. III S. 286, Urk. Nr. 1036. gesagt wird: "die der Hundt zu lauterbach jetzt inne hat" und 1452 ein Ritter Hermann Hunt und ein Otto Hundt als beisitzer eines Schiedsgerichtsspruchs des Hermann RiedeselBecker, Die Riedesel zu Eisenbach, Bd. III S. 216., 1454 ein Otto HundeBecker, Die Riedesel zu Eisenbach, Bd. III S. 222. und 1373 ein Ritter Hermann Huntte, Hünt neben Dechant Otto von Röhrenfurt zu Rotenburg an der Fulda als Siegler erscheintBecker, Die Riedesel zu Eisenbach, Bd. III S. 49., so stehe ich nicht an zu behaupten, daß Lauterbach von alters her der Sitz einer germanischen Hundertschaft, Hundte oder wie sie sonst geheißen sein mag, war, und daß Samo es war, der an diese alte Territorialverfassung

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Seite 123 Seite aus dem Buch

anknüpfend (oder sie einführend?) den Hunoldshof schuf, um sich oder einem seiner Söhne oder Häuptlinge als Hundertschaftswalter [Hunold, Hunolt] damit zu dotieren.

In einer für mich selbst überraschenden Weise sollte sich mir diese Vermutung bestätigen. Von Herrn Professor Dr. Becker, dem Verfasser der mit großem Gelehrtenfleiße zusammengetragenen dreibändigen Geschichte der Riedesel zu Eisenbach, erfuhr ich auf Befragen, daß von alters her in Sickendorf und Wernges ein altes Adelsgeschlecht seßhaft gewesen sei, "die Wienolde" genannt, über das ich im 3. Bande seiner Riedeselgeschichte und dem dazu gehörigen (2.) Urkundenbande näheres erfahren und wo ich auch die älteste Schreibweise seines Namens feststellen könne.

Dieser Weisung folgend, konnte ich Folgendes feststellen:

Die Wienolde besaßen schon frühe ein aufblühendes Archiv, das jetzt den ältesten Bestand des Freiherrlich Riedeselschen Gesamtarchivs zu Lauterbach ausmacht und zerfallen ist in dem Maße, als letzteres hochkam. Aus den alten Akten dieses Wienoldschen Archivs, die Becker, soweit sie die Geschichte der Riedesel berühren, im 2. Bande seiner Riedeselchronik zuverlässig excerpiert und registriert hat, geht hervor, daß dieses Adelsgeschlecht in mehrere Familien zergliedert, nicht nur in Sickendorf,Heblos und Wernges,sondern auch in Lauterbach, Maar, Rixfeld, Oberndorf (jetzt Wüstung bei Herbstein), Alrichstein, Engelrod, Wallenrod, Schwarzenburn (Wüstung bei Wallenrod), Wilmenrod (jetzt Wüstung zwischen Sickendorf und Heblos) und in "Metris" (sonst Motrichs genannte)

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Seite 124 Seite aus dem Buch

Wüstung zwischen Lauterbach und Angersbach, wo jetzt noch der Flurnamen "Im Ederich" sich findet), viele Güter, Höfe, Häuser, Waldungen (z.B. einen heuten noch "Wienoldswald" genannten Wald zwischen Maar und Schwarz und den sogenannten "Gassener Wienoldswald" zwischen Hof Gassen und Willofs, ja in Lauterbach sogar eine Burg "die Grieseburg" und eine "Wienoldsgasse" am "Werd" (Vorstadt Wörth zu Lauterbach), gehabt haben. Auch das auf Seite 102 dieser Abhandlung genannte Wienoldsfeld bei Wingershausen gehört hierher und findet hier jetzt seine Erklärung.

Die Schreibweise des Namens des obengenannten Adelsgeschlechtes wechselt je nach Zeit und Ort und Geschicklichkeit der Urkundenschreiber. Die Schreibweise Wienold ist die neuzeitliche, erst seit dem 16. Jahrhundert allgemein übliche. Im 14. und 15. Jahrhundert wechselt sie mit Wynolt, Wynold, Wynnold, Wynnolt, Wynnoldt. Einmal findet sich "die Winolde" (1499). Im 14. Jahrhundert überwiegt die Schreibweise mit 2 n als Winnolt, Wynnold und einmal kommt vor Winnalt (1384). Besonders bedeutsam sind folgende Beurkundungen. Im Jahre 1396 verkaufen ein Ditherich Windolt und seine ehel. Wirtin Alheid ihr Gut zu Rixefeilt (Rixfeld), das Conze Rumpf innehat, der Küsterei des Klosters Blangkennauwe (Blankenau) zu einem ewigen Licht, das brennen soll in dem Chore bei dem Fronaltar hinter unsers Herrn Leichnam. Im Jahre 1439 verleiht Abt Johann von Fulda seinem lieben Getreuen Ditterich Windolt für sich, seinen Bruder Heinrich, Velten den Sohn seines sel. Bruders Hans und ihre Erben das Burggut zu Lauterbach mit Gassen, Äckern, Wiesen, Gärten, allen Freiheiten und Zugehörungen, wie es von seinem sel. Vater Wigant auf sie gekommen sei. In einer Urkunde von 1467 finden sich "zwei Güter zu Wilmerode, die die Windolt inne gehabt haben". ...

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Seite 125 Seite aus dem Buch

In zwei Lauterbacher Urkunden von 1487 erscheint ein "Wigannt Wynnolt von Sickendorf" als Siegler, und in einem Lauterbacher Grenzgang des 15. Jahrhunderts ein Henne Wienolt als Grundbesitzer im nordwestlichen Teil der Gemarkung Sickendorf, wo heute noch eine damals ihm gehörige tief gelegene Wiese die Häll (=Hölle) heißt, 1456 ist die Rede von "Vogtrechten und Gülten" auf den Huben zu Rymoldes (Rimlos) und hebenoldes (Heblos), "die früher die Winolds gehabt haben". Die eine Hube ist das heute noch "die Hu (Hub)" genannte Ackergeländedes alten Hunnoltshofes, das sich durch die Gemarkung Heblos hindurch zieht. An dessen Ende, nahe der Rimloser Gemarkung, findet sich der Flurname "die Hofstätt" und bezeichnet den Ort, wo wahrscheinlich der Hof lag, zu dem die andere oben genannte Winoldische "Hube zu Rymoldes" gehörte.

Aus diesen oben angeführten Besitzverhältnissen und Benennungen ergibt sich mit Gewißheit, daß der älteste Grundher und Nutznießer des Hunoltshofes "Windolt" und "Windolt" geheißen hat. Windolt, Windold aber reicht, wie ich bei dem Namen Hunolt, Hunold nachgewiesen habe, zurück auf ein ursprüngliches Windwoald (vgl. Winnalt: 1384) und heißt - Wendenherrscher. Wer anders kann damit gemeint gewesen sein als Samo? Die Windolte und Windolde, die im Volksmunde durch Assimilation und bzw. Abstoßung des d später zu Winnoltenbzw. Winolten und Wienolten wurden, sind seine Söhne gewesen, derer er ja 22 hatte, und sich nach seinem Tode die ersten Jungherren (Junker) des "Junkerlandes" gewesen, wie man von alters her das Gebiet der alten Hundertschaft oder späteren Cent Lauterbach, das Stammland der alten

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Seite 126 Seite aus dem Buch

Wartenberger und Eisenbacher genannt hat. Der Name Diethrich, den wir wiederholt bei den alten Windolten fanden, findet sich auch bei den Herrn von Angersbach, wo 1193 und 1197 schon ein Dietrich von Angersbach als Zeuge genannt wird, und er zieht sich gleichsam als genealogisch verbindendes Band auch durch das alte buchonische Adelsgeschlecht der Wartenberger und Eisenbacher. Ich kann mir denken, daß die Winiden, die schon Tacitus als Siedelnomaden am rechten Weichselufer und als Nachbarn der Goten kannte, und die auch von den ostgermanischen Goten ihren Namen Wineda oder Winida (= die Inhaber vielen und guten Weidelandes, von dem urgermanischen win = Grasland) bekamen und Jahrhunderte lang an Weichsel und Wolga zusammen mit den Goten saßen und mit ihnen die Zeit ihres großen Welteroberers Ermanarich (= großer Herrscher zu irmin und ric) erlebten, wie diese ihre Herrscher ric nanntenund später, als sie schon völkisch und politisch erfaßt waren, ihren Samo "Dietherich" (= Volksherrscher) nannten, wie die Goten in Italien ihren Dietrich von Bern hatten, während die von Samo unterworfenen Deutschen ihn lieber Windold, Wendenherrscher, nannten. So erklären sich zwanglos die beiden verschiedenen Amtsbezeichnungen und daß diese dann zusammengesetzt so häufig den Familiennamen "Dietherich Windold" und Ditterich Windold u. dgl. ergaben. Dann aber hätten wir auch darin einen weiteren Beweis, daß die Winiden des Samo keine den Czechen verwandte sarmatischen Slawen, sondern slawisch infizierte Ostgermanen waren. dazu kommt auch, daß

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Seite 127 Seite aus dem Buch

viel Text (kommt noch)

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Seite 128 Seite aus dem Buch

die Slawen in Deutschland

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Seite 129 Seite aus dem Buch

Höchste, was er an irdischen Besitz

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Seite 130 Seite aus dem Buch

Ahnen würdiges

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Seite 131 Seite aus dem Buch

Wirtschafter, der in aller Herren Länder

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Seite 132 Seite aus dem Buch

Teil des Dorfes

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Seite 133 Seite aus dem Buch

Wienold, die noch in Wernges

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Seite 134 Seite aus dem Buch

den Namen Wienold als leibliche Nachkommen

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Seite 135 Seite aus dem Buch

auch Indizien für eine solche weitere Ausdehnung

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